• Christiane Gossel`s artistic path has taken her form from wood sculpting and metal sculptures to working on paper.

  • Her compositions emphasize the deciption of the form and expression of the human body as a manifestation of the thought process itself.

  • Der künstlerische Weg von Christiane Gossel führte von der Holzbildhauerei über Metallskulpturen hin zu Arbeiten auf Papier. Es geht um die Suche nach der Veranschaulichung des menschlichen Körpers in seiner Form und seinem Ausdruck als Manifestation des Denkens.

  • Die in ihrem Werk anfänglich massiven Darstellungen streben nach Durchlässigkeit und Transparenz, weil der umgebende Raum verstärkt in den Focus rückt. Ihre Skulpturen bilden Raum durch das Aneinanderfügen von Drahtstäben. Diese Stäbe sind der Beginn des Interesses an der Linie.
  • Skulpturen werden abgelöst durch die Hinwendung zu Papier als Träger

  • ihres Ausdrucks. Ein einschneidender Schritt: weg von der Dreidimensionalität, dem gewohnten Erfahrungsumfeld des Betrachters hin zur Überwindung von statischen Gesetzen.

  • The solidity inherent in her initial compositions represent a quest for transparency antranslucence, bringing the surrounding space into the foreground. The sculptures depicted space by the joining together of a series of wire rods. These rods marked the beginning of her interest in the line as a medium.
  • Sculpture later gave way to paper as medium of expression, while her work took a crucial step beyond three-dimensionality – the familiar environment of the beholder – into a space free from static law.

  • A sheet of white paper forms the foundation for an unlimited range of possibilities.
  • Seen from a material point of view, it is a two-dimensional surface; while from an immaterial perspective, it is space without limitation.
  • A concentration of lines brings form into being, which in turn dissolves.

  • Ein Blatt weißes Papier bietet alle Möglichkeiten. Es ist materiell betrachtet eine zweidimensionale Fläche, immateriell betrachtet ist es unbegrenzter Raum.
  • In Verbindung mit den Linien werden durch das Verdichten flächige und raumbildende Formen gebildet und gleichzeitig lösen sie sich wieder auf.

  • Die Hände, die Christiane Gossel von 2007-2012 zeichnet, verkörpern das
  • ambivalente Spiel zwischen Begrenzung und Auflösung, wie wird etwas Gedachtes manifest und wie löst sich dieser eine erfasste Moment wieder auf. Als Betrachter erfährt man das Simultane aber auch die Bewegung von aneinandergereihten Einzelsequenzen.

  • The hands which are the subject of Christiane Gossel’s work between 2007 and 2012 epitomize the ambivalent play between limitation and dissolution; how that which is thought becomes manifest, to be captured at the very moment of its dissolution. The observer experiences simultaneousness, but also the flow of a sequence of individual moments.

  • “ONE MOMENTS”, completed in 2013/2014, sees the addition of silkscreen coloring to the drawings. “This is a quest to characterize ‘non-form’ without considering that non-form itself needs form”, she says. They are mutually dependent. Thinking and human existence are vividly portrayed as an interplay of color and line.

  • 2013/2014 kommt in den Arbeiten „ONE MOMENTS“ Farbe durch Siebdruck zur Zeichnung. Als „Suche nach einer Charakterisierung von „Nichtform“, ohne in Betracht zu ziehen, dass Nichtform eine Form benötigt“, wie sie es selbst ausdrückt.
  • Das Eine bedingt das Andere. Denken und menschliche Existenz werden

  • anschaulich in dem Zusammenspiel von Farbe und Linien/Strichen.
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  • In 2015, Christiane Gossel is inspired by a relief technique found in Tibetan Buddhist art, in which colored silk is fitted onto strips of paper which in are then pieced together to form figures which would traditionally have been painted. Boundaries are formed here not by means of lines, but by the color variations of the silk strips used in this collage-esque technique.

  • She adopted and transformed this technique as a further artistic medium.
  • Her first piece is a white collage in which paper strips are placed beside one another so as to form lines; the composition causes individual, independent elements to appear as parts of one whole. Imaginary lines appear as a result of the three-dimensional elements.

  • Christiane Gossels lässt sich 2015 durch eine Relieftechnik aus der tibetischbuddhistischen Kunst inspirieren, in der farbige Seidenstoffe auf Papierstückchen gezogen werden und dann zu einem figürlichen, ansonsten gemalten Bild zusammengesetzt werden. Hier werden Abgrenzungen nicht durch einen Strich gebildet, sondern durch den Farbwechsel der Stoffstückchen und die collageartige Klebetechnik.

  • Im nächsten Schritt verbindet sie die Relief-Collagetechnik mit Strichen/Linien. Die Perspektiven ändern sich immer wieder, mal sind die vorhandenen dreidimensionalen Bruchkanten der aufgesetzten Papierelemente nicht zu sehen, weil sie sich im Weiß der Grundfläche auflösen, mal entsteht der Eindruck, dass die gezeichneten Striche wie Einschnitte aussehen und den Raum nach hinten öffnen.
  • Ein Spiel der Ebenen.

  • Diese Technik hat sie übernommen und so transformiert, dass sie eine
  • weitere Spielart darstellt,…. Ihr erstes Bild ist eine weiße Collage, in der die

  • Papierstücke so aneinandergesetzt werden, dass sie Linien bilden. Einzelne an sich unabhängige Elemente erscheinen durch ihre Zusammensetzung als
  • zusammengehörig. Imaginäre Linien entstehen durch dreidimensionale Elemente.
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  • Following this, she combines the relief collage technique with lines. The perspective changes continuously; at times the three-dimensional edges of the paper elements dissolve into the whiteness of the base; at other times the lines appear as incisions, leading to open space at the back.
  • A play between different levels.

Investigation, 2016

 Relief-Collage  und Bleistift Zeichnung

100cm x 100cm

 Text: Kunsthistorikerin Dr.Petra Beckers, Essen

Translation: Barry Cohen